Business-Software: ERP für
KMU (Mittelstand)
Nicht sexy aber effizient!
Ein ERP-System zu evaluieren ist
eine anspruchsvolle Aufgabe. Hier liegt der
Grundstein des Erfolgs. Wer von Anfang
an richtig vorgeht, kann viel Zeit und Geld
sparen. Marcel Siegenthaler und Cyrill Schmid
sind Experten, wenn es um ERP-Systeme geht. Die
wichtigsten Punkte, auf die Geschäftsführer bei
der Evaluation und Einführung achten sollten,
haben sie jetzt in einem handlichen
Praxisleitfaden ("ERP für KMU" BPX-Verlag)
zusammengefasst. Quintessenz: Es gibt noch immer
eine Vielzahl von ERP-Systemen, die heute alle
funktional bestehen. Der Trick ist, die
ERP-Lösung zu finden, die zum Unternehmen passt.
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Interview mit
Dr. Marcel Siegentaler
Dozent und Studienleiter an der FH Aargau
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Sie haben einen
Praxisleitfaden für die Evaluation und
Einführung von ERP-Systemen geschrieben. Gab es
einen aktuellen Anlass hierfür?
Zwar gibt es reihenweise Literatur zum Thema
ERP, aber darunter findet sich kaum etwas mit
dem ein Nicht-Informatiker innert nützlicher
Frist den Überblick über das Thema erhält. Kommt
dazu, dass sich viele Ansatzpunkte in jüngster
Zeit geändert haben – die Entwicklung im
Softwarebereich bietet ja auch neue Chancen
gerade auch für kleinere und mittlere
Unternehmen. Wir möchten den Firmen helfen, dass
sie erfolgreiche Projekte zur Auswahl und
Einführung ihrer Business-Software abwickeln
können. Negativbeispiele gibt es schon mehr als
genug!
Für wen haben Sie
diesen Praxisleitfaden geschrieben?
Das Booklet richtet sich an die
Entscheidungsträger, also Geschäftsführer,
Produktionsleiter oder weitere Projekt- und
Linienvorgesetzte welche sich in das Thema
einarbeiten müssen. In aller Regel geht es hier
ja um eine Aufgabe mit sehr grosser Tragweite,
welche aber nicht zum Tagesgeschäft und zu den
Kernkompetenzen eines Unternehmens zählt und
auch (hoffentlich) nur alle zehn Jahre ansteht.
Um aktuelle Erfahrungen zu nutzen, muss man sich
also in jedem Fall externe Quellen erschliessen
und dazu geben wir ein paar Anhaltspunkte.
Wo liegen die grössten
Stolperfallen bei der Auswahl einer
ERP-Software?
Untersuchungen haben gezeigt, dass die
Unterstützung des Evaluations-Projektes durch
das Management von ganz zentraler Wichtigkeit
ist. Dies ist so, weil die Business-Software in
alle Bereiche der Firma hineinspielt. Es geht
darum, die Geschäftsprozesse und die Mitarbeiter
in ihrer Arbeit zu unterstützen und nicht
einfach eine technisch funktionierende Software
zu haben.
Prozessoptimierung ist
das Hype-Thema momentan. Unterstützt ein
ERP-System dies automatisch?
Leider sind viele Systeme immer noch sehr
funktionsbezogen aufgebaut. In der Praxis
bedeutet das, dass zwar alle Aufgaben
unterstützt werden, das Arbeiten mit dem System
aber mühsam und ineffizient sein kann.
Beobachten lässt sich leider auch sehr oft, dass
gerade kleineren Firmen fertige Lösungen
verkauft werden, bei denen dann die
Firmenprozesse an die Software angepasst werden
müssen. Da besteht die Gefahr, dass die
individuellen Geschäftsvorteile (USP) eingeebnet
werden und nicht nur die Software sondern auch
gleich die Firma zum Standardfall wird.
Neben dem Booklet
haben Sie Ihre Erfahrungen mit ERP-Systemen auch
in einer Datenbank zusammengefasst? Was genau
können Unternehmen da herausholen?
Der ERP-Markt ist recht unübersichtlich, es
sind doch immerhin allein in der Deutschschweiz
mehr als dreihundert Anbieter mit ihren
Produkten am Markt. Produkte, welche sich
teilweise massiv unterscheiden. In der
Produktdatenbank auf
www.topsoft.ch kann das aktuelle
Marktangebot kostenlos durchsucht und verglichen
werden. Daneben sind diverse Fachartikel zu
finden, welche wie das Booklet auch aus unserer
Beratungsdienstleistung resultierten. Unser
enger Kontakt zu den Anbieter und deren Produkte
beruht auch auf den topsoft-Ausstellungen,
welche alle relevanten Anbieter in einer
Ausstellungshalle zusammenbringen. Das nächste
Mal findet die Ausstellung am 8. und 9. März
2006 in Bern statt.
Welche Branchen setzen
typischerweise ein ERP-System ein?
Ein ERP, welches das ganze Spektrum der
Funktionalität umfasst, also auch PPS
(Produktionsplanung und –steuerung) wird bei
produzierenden Firmen eingesetzt. Zunehmend sind
dabei auch Themen der firmenübergreifenden
Zusammenarbeit von Interesse. Mit
Warenwirtschaftssystemen richtet sich der Markt
aber auch an Handelsunternehmen und mit weiteren
Ausprägungen an reine Dienstleister. Das
Spektrum ist ganz schön breit!
Heisst ein ERP-System
einzuführen auch immer viel Geld in die Hand zu
nehmen?
Mit einer Investition von etwa 12'000.- CHF
pro Mitarbeiter gehört eine ERP schon rein
finanziell gesehen zu den grösseren Ausgaben
einer Firma. Das ist nun aber lediglich als sehr
grober Anhaltspunkt für die Kosten zu verstehen!
Neben den Lizenzkosten schlagen in erster Linie
die Anpassungsaufwendungen zu Buche und zwar
teilweise mehrfach höher. Die internen
Aufwendungen werden meistens gar nicht genau
erfasst.
Gibt es
OpenSource-Lösungen? Und sind die dann wirklich
günstiger?
Auf Open Source-Lösungen setzt man
beispielsweise bereits bei Content Management
Systemen (CMS). Da zeigt sich, dass die Vorteile
nicht nur bei den Kosten zu sehen sind. Zwar
fallen die Lizenzkosten weg, die Unterstützung
für die notwendige Anpassung und die Einführung
muss aber nach wie vor bezogen werden. Eine
Kostensenkung um einen Drittel ist damit
realistisch. Parallelen zu den ERP-Systemen sind
denkbar. Es gibt nun bereits Open Source ERP. Um
diese aber im hiesigen Markt und in einem
konkreten Fall zur Anwendung zu bringen, dürfte
der Aufwand recht beträchtlich sein. Im Moment
sind diese Lösungen insgesamt höchstens knapp
konkurrenzfähig, denn für deren Einsatz ist ein
ganz beträchtlicher Lernaufwand nötig. Ein
ERP-System ist halt auch wesentlich aufwendiger
als ein CMS und das muss bei einem solchen Blick
in die Zukunft berücksichtigt werden.
Wie wählt man ein
ERP-System aus und wie führt man es ein? Wo und
wann ist es sinnvoll, externe Berater
beizuziehen?
Wenn sich eine Firma auf ihre Kernkompetenzen
fokussiert, ist für die Auswahl und Einführung
eines ERP-Systems ganz sicher externe
Unterstützung notwendig. Alles Andere wäre nicht
effizient.
Angenommen ein
Unternehmen kauft ein ERP-System und führt es
ein. Ist es damit getan?
So wenig wie die Firma „fertig“ ist, so wenig
ist es auch das ERP. Mal ganz abgesehen von
externen Einflüssen wie Gesetzesänderungen
(Rückverfolgbarkeit, Basel II, neuer
Lohnausweise, Steuersätze, etc.) oder
Fehlerbehebung im laufenden Betrieb sind
Anpassungen notwendig, wenn sich an der Firma
etwas ändert. Beispielsweise ruft die
Erweiterung der Angebotspalette von
Standardprodukten zu Produkten mit Varianten
andere Prozesse nach sich, welche von der
Software unterstützt werden sollten. Auch bieten
sich in einem solchen Fall gerade durch die
Software auch Chancen, sich am Markt noch besser
zu präsentieren!
Wo kann man das
Booklet und erste, tiefer gehende Informationen
über dieses Thema bekommen?
Erhalten kann man das Booklet kostenlos an
der topsoft in Bern oder Winterthur. Alle Messebesucher
erhalten kostenfrei das Booklet. Beziehen kann
man es beim Verlag BPX.ch oder bei den
Editionspartnern.
Uns freut es natürlich sehr, wenn wir vielen
Interessenten an der topsoft das Booklet abgeben
können! Viele Anbieter, welche zum Teil auch
namhafte Beiträge für das Booklet geleistet
haben, werden mit kompetenten Personen vor Ort
vertreten sein – eine ausgezeichnete Chance um
das Thema ERP zu vertiefen! Abgerundet wird das
Angebot von Fachvorträgen, Kurzberatungen und
Führungen durch das breite Angebot.
Die topsoft ist als
Business to Business Messe konzipiert. Wer
sollte sich diesen Termin reservieren und was
kostet der Eintritt?
Der Messebesuch lohnt sich für alle, welche
sich mit dem Thema ERP beschäftigen oder
beschäftigen sollten. In erster Linie richten
wir uns an Geschäftsleiter, Produktions- und
IT-Leiter oder welche Personen sich auch immer
mit der Evaluation, Einführung, Anpassung von
ERP-Systemen auseinandersetzen. Daneben ist es
aber auch eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich
auch ohne konkretes Projekt zu informieren und
die Ausstellung als persönlichen Schulungsanlass
zu nutzen. Und das erst noch völlig kostenlos!
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